Infos und Themen

Rückblick auf die 8. Fachtagung für Anschlussbahnleiter

Mit rund 100 Teilnehmern war die 8. Fachtagung für Anschlussbahnleiter am 15. November 2017 in Fulda wieder ein voller Erfolg und hat ihren Teilnehmern wieder umfangreiches Wissen rund um das Thema Anschlussbahn geboten: Rechtliche Aspekte wurden ebenso beleuchtet wie konkrete Beispiele für die schienengebundene Logistik mittels Anschlussbahnen.

Den Auftakt bildete ein Vortrag von Simon Nonnenmacher von MAN zum Thema Schwerguttransporte erfolgreich auf die Bahn verlagert: Ein positives Beispiel der ökologischen Verkehrsverlagerung - MAN und der Transport von Schiffsmotoren. Hierin wurde aufgezeigt, wie jahrelang ungenutzte Infrastruktur in einem sich verändernden Umfeld wieder zu einem wirtschaftlich sinnvollen Einsatz gebracht und künftig ausgebaut werden kann. MAN verschickt vom Werk Augsburg aus seine Schiffsmotoren seit wenigen Jahren wieder verstärkt auf der Schiene da sich die Bedingungen für Schwertransporte auf der Straße verschärft haben und weiter verschärfen werden. Die noch vorhandenen Gleisanlagen konnten für den Schienentransport reaktiviert werden und zusammen mit einer Schwerlastspedition konnten neue Möglichkeiten für die Anlieferung zum nächsten Binnenhafen oder direkt zum Endkunden gefunden werden.

Holger Langhammer vom Eisenbahn-Bundesamt brachte den Teilnehmern als nächstes die Novelle der Gleisanschluss-Förderrichtlinie nahe und warf einen Blick zurück auf die Entwicklung dieser Richtlinie in den vergangenen Jahren. Die Novelle bringt v.a. Vorteile im Bezug auf die Erfassung des verkehrlichen Nutzens, werden nun mehr doch neben reinen Tonnage- oder tkm-Werten auch Wagenzahlen herangezogen, was insbesondere für leichtere Güter neue Fördermöglichkeiten eröffnet.

Traditionell im Programm ist die Vorstellung der Arbeit einer Landeseisenbahnaufsicht. In diesem Jahr war hierfür Christian Robst von der Landeseisenbahnaufsicht in Brandenburg zu Gast und bot einen Vortrag unter dem Titel Die Landeseisenbahnaufsicht in Brandenburg - Rechtliche Grundlagen und Schwerpunkte der Landeseisenbahnaufsicht in der Praxis. Wie in anderen ostdeutschen Bundesländern bildet hierbei auch die BOA - Betriebsordnung für Anschlussbahnen aus DDR-Zeiten ein wichtiges und praktisches Hilfsmittel.

Kupplungsvorgang nicht isoliert betrachten – Intra-Zugkommunikation als Basistechnologie zur Steigerung des Einzelwagenverkehrs war im Anschluss das Thema von Prof. Dirk Bruckmann von der Hochschule Rhein-Waal in Kamp Lintfort. Bruckmann, der u.a. früher bei SBB Cargo und im Anschluss an der ETH Zürich beschäftigt war, verdeutlichte, dass für ein erfolgreiches Fortbestehen des Einzelwagenverkehrs in Europa mehrere technische Modernisierungsaspekte in der Wagentechnik notwendig sind, die sich nicht allein auf das Thema Automatische Kupplung beschränken dürfen. Seine Kernthese lautet, dass erst die Vernetzung verschiedener digitaler Komponenten innerhalb eines Wagens bzw. innerhalb des Zugverbandes in Kombination mit einer automatischen Kupplung zu einer Produktivitätssteigerung des Einzelwagenverkehrs führen.

Der Nachmittag war den Aufgaben des Anschlussbahnleiters gewidmet:

Michael Frank, Sachverständiger für Schienenfahrzeugtechnik, zeigte Konsequenzen aus dem Unglück in Bad Aibling auf, in dem er auf die Risiken der Nutzung neuer Medien während der Arbeitszeit im Bahnbetrieb einging. 

Dr. Carsten Hein, Beratender Ingenieur im Eisenbahnwesen, thematisierte die Anforderungen an die Genehmigung und Abnahme von Fahrzeugen von Anschluss- und Werksbahnen.

Prof. Jochen Trinckauf von der Technischen Universität Dresden widmete sich der Infrastruktur unter dem Aspekt der Signal- und Sicherungstechnik an Bahnübergängen in Anschluss- und Werksbahn.

Andy Niekamp von Niekamp Rechtsanwälte schloss den Block mit einem Blick ins Eisenbahnrecht und dem Thema Eisenbahnregulierung - Das neue „Werksbahnprivileg“ (öffentliche, nichtöffentliche, geschlossene oder offene Werksbahn?) ab.

Mit zwei weiteren Rechtsthemenvorträgen wurde die Veranstaltung abgeschlossen: Michael Fabian vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) präsentierte Aktuelles Eisenbahnrecht - Aktuelle, bevorstehende und geplante Änderungen sowie ausgewählte behördliche und gerichtliche Entscheidungen und Andy Niekamp schloss mit Neuigkeiten zu den Kosten von Gleisanschlüssen die Veranstaltung.

Die 9. Fachtagung für Anschlussbahnleiter findet am 14. November 2018 wieder in Fulda statt. Laden Sie sich jetzt bereits den Kalendereintrag zum Vormerken herunter! Die Bekanntgabe der Themen erfolgt im Frühjahr 2018.

Damit Sie nichts verpassen: Jetzt den Kalendereintrag der 9. Fachtagung für Anschlussbahnleiter downloaden
Das 10-Punkte-Programm für die Schiene

Vom Privatbahn Magazin freundlicherweise zur Verfügung gestellt:

Zukunft des Güterverkehrs: Das 10-Punkte-Programm für die Schiene

Einzelwagen- und Wagengruppenverkehr scheint mehr und mehr zum Nischenprodukt zu werden. Die immer wieder angeführten Gründe: zu teuer, zu kompliziert, zu unflexibel. Eine Studie aus Niedersachsen hat zehn
Handlungsfelder ermittelt, in denen der Schienengüterverkehr gestärkt werden kann. Eine der Forderungen der Studie ist es, einen „regionalen Kümmerer“ zu installieren, der die Bedürfnisse von Verladern, Speditionen und Bahnbetreibern einer Region zusammenführt.

Laden Sie sich den Artikel hier bei uns runter und lesen Sie weiter, wie der Schienengüterverkehr zukunftsfest gemacht werden kann.

Hier können Sie sich zudem die im Artikel angesprochene Studie direkt auf der Homepage des Niedersächsischen Verkehrsministeriums herunterladen.

Railcargo-Online.com: das Chancen-Portal für die Schiene

Urlauber tun es. Liebessuchende tun es. Binnenschiffer und Spediteure tun es auch: sie alle nutzen Online-Marktplätze, um den passenden Anbieter zu finden.

Nur im Schienengüterverkehr war das bis zum letzten Oktober nicht möglich. Mit dem Start von Railcargo-Online.com (RCO) ist jetzt auch für den Güterverkehr auf der Schiene das digitale Zeitalter des E-Business angebrochen. Über sechzig Unternehmen aus zehn europäischen Ländern haben sich bereits registriert und nutzen das System. Zu den Nutzern zählen große und kleinere EVU, Spediteure, Operator und Vermieter von Waggons und Lokomotiven. Von diesen wurden seit dem Start zahlreiche Waggons, Lokomotiven und freie Zugplätze angeboten beziehungsweise gesucht.

"Chancen sind das Schlüsselwort bei Railcargo-Online.com", sagt Geschäftsführer Axel Götze-Rohen. Denn die Lösung für eine Transportaufgabe ist manchmal gut versteckt im europäischen Markt. "Aus unserer Erfahrung mit Bargelik.com wissen wir, dass die beste Lösung oft die Partner bieten können, die man nicht kennt oder an die man in diesem Moment nicht denkt", erklärt Götze-Rohen.

Wie auch beim bereits seit 13 Jahren etablierten Binnenschifffahrts-Marktplatz Bargelink.com entscheiden die Nutzer, wer ihre Aktivitäten auf RCO sehen kann. Sobald Anbieter oder Nachfrager die Chance für ein Geschäft erkennen, können diese direkt Kontakt zueinander aufnehmen. 

Das große Potential von RCO liegt in der besseren Auslastung von Waggons, Lokomotiven und Zügen. Leerfahrten und Stillstände kosten viel Geld, sind aber bisher nur mit hohem Vertriebsaufwand zu vermeiden. Mit RCO sind dagegen in wenigen Minuten Partner in ganz Europa zu erreichen. Die vielleicht genau das suchen, was ein anderer anzubieten hat.

Ziel von RCO ist es, schnellstmöglich alle Player im (inter-)nationalen Schienengüterverkehr zu erreichen. "Jeder neue Partner erhöht die Chancen für sein eigenes Unternehmen und damit natürlich auch die des gesamten Systems", wirbt Götze-Rohen.

Endlich. Der Online-Marktplatz für den Schienengüterverkehr.

Damit niemand 'die Katze im Sack' kaufen muss, bietet RCO eine kostenlose und unverbindliche Probezeit von drei Monaten. Probieren Sie es!